Wer im Oktober morgens die Hundebürste in die Hand nimmt, weiß, worum es geht: Büschel für Büschel kommt das alte Fell heraus. Bei Katzen findet sich das Ergebnis gern auf dem Sofa. Der Herbst-Fellwechsel ist für viele Tierhalter ein vertrautes Phänomen, aber was dabei im Körper der Tiere tatsächlich passiert, wird häufig unterschätzt. Und genau da liegt das Potenzial, aktiv zu helfen.
Was beim Fellwechsel im Körper passiert
Zweimal im Jahr wechseln Hunde und Katzen ihr Fell grundlegend: im Frühjahr das dichte Winterfell gegen ein leichteres Sommerfell, im Herbst umgekehrt. Der Herbstwechsel ist dabei in der Regel intensiver, weil das nachwachsende Winterfell mehr Ressourcen beansprucht. Keratin, das strukturgebende Protein im Haar, muss in großen Mengen gebildet werden. Gleichzeitig arbeitet die Haut auf Hochtouren, um die neuen Haarfollikel zu versorgen.
Das kostet Energie. Studien zur Hundeernährung zeigen, dass der Proteinbedarf während des Fellwechsels um bis zu 30 Prozent ansteigen kann. Wer sein Tier in dieser Phase mit minderwertigem Futter versorgt, das kaum verdauliches Protein enthält, riskiert brüchiges, glanzloses Fell, übermäßigen Haarausfall und eine geschwächte Hautbarriere.
Protein ist nicht gleich Protein
Der häufigste Fehler liegt nicht in der Menge des Futters, sondern in der Qualität. Viele Trockenfutter-Produkte listen Fleischmehl oder tierische Nebenerzeugnisse als erste Zutat. Diese Rohstoffe sind zwar technisch gesehen proteinhaltiger, aber der biologische Nutzwert für den Organismus des Tieres ist deutlich geringer als bei frischem Muskelfleisch.
Entscheidend ist die sogenannte biologische Wertigkeit: Sie gibt an, wie viel körpereigenes Protein ein Tier aus dem aufgenommenen Nahrungsprotein aufbauen kann. Ei hat eine biologische Wertigkeit von 100 und gilt als Referenzwert. Gutes Muskelfleisch vom Rind oder Huhn erreicht Werte zwischen 70 und 85. Sojaprotein, das in günstigem Fertigfutter häufig vorkommt, landet bei etwa 45 bis 55. Für den Fellwechsel bedeutet das: Ein Hund, der täglich 250 Gramm minderwertig verarbeitetes Futter bekommt, hat für den Haaraufbau schlicht weniger Bausteine zur Verfügung als ein Hund, der 200 Gramm hochwertiges Fleisch bekommt.
Welche Nährstoffe jetzt besonders zählen
Neben Protein gibt es eine Handvoll Mikronährstoffe, die in dieser Jahreszeit eine besondere Rolle spielen:
- Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA aus Fischöl wirken entzündungshemmend an der Haut und unterstützen die Talgproduktion. Lachs, Makrele oder Hering als Futterzusatz, etwa ein Teelöffel Lachsöl pro 10 Kilogramm Körpergewicht täglich, zeigen oft schon nach drei bis vier Wochen sichtbare Wirkung.
- Zink: Zinkmangel äußert sich als schuppige, gerötete Haut und stumpfes Fell. Fleisch, insbesondere Rind und Lamm, liefert gut verwertbares Zink. Getreidereiche Futter hingegen können die Zinkaufnahme durch Phytate hemmen.
- Biotin: Das B-Vitamin ist direkt am Keratinstoffwechsel beteiligt. Leber, Eier und Hefe gelten als gute natürliche Quellen. Viele Tierhalter greifen zur Supplementierung, was grundsätzlich möglich ist, aber gut dosiert sein sollte.
- Kupfer: Wichtig für die Fellpigmentierung und die Hautstruktur. Leber und Nieren liefern Kupfer in ausreichender Menge, wenn sie zwei bis dreimal pro Woche als Ergänzung gegeben werden.
Praxisempfehlungen einer Fachberaterin
Christina Williger, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen, empfiehlt ihren Kunden in der Fellwechselphase zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme des Futterplans. Welchen Rohproteingehalt hat das aktuelle Futter wirklich, und woher stammt dieses Protein? Wie viel davon ist tatsächlich verwertbar? Christina Williger betont, dass viele Halter beim Blick auf die Zutatenliste überrascht sind, wie wenig Fleisch tatsächlich im Futter steckt, obwohl die Verpackung anderes suggeriert.
Ihr konkreter Ansatz für den Herbst: Den Proteinanteil im Futter kurzfristig erhöhen, zum Beispiel durch frisches Fleisch als Topping, gleichzeitig auf entzündungsfördernde Zutaten wie übermäßig viel Getreide oder Zucker verzichten und bei Bedarf gezielt mit Lachsöl oder einem hochwertigen Vitamin-B-Komplex supplementieren. Bei Katzen ist außerdem auf ausreichend Taurin zu achten, das sie nicht selbst synthetisieren können und das für Haut und Fell relevant ist.
Nassnahrung versus Trockenfutter in der Fellwechselphase
Eine pauschale Antwort, ob Nass- oder Trockenfutter besser ist, gibt es nicht. Aber einige Punkte sprechen gerade im Herbst für eine Umstellung hin zu mehr Nassnahrung oder Frischfleisch. Erstens ist der Wassergehalt höher, was die Haut von innen feuchter hält. Zweitens sind Nassnahrungsprodukte häufig weniger stark erhitzt, sodass hitzeempfindliche Nährstoffe wie bestimmte Vitamine besser erhalten bleiben. Drittens enthalten gute Nassnahrungsprodukte in der Regel einen höheren Fleischanteil pro Gramm Futter.
Wer auf der Suche nach verlässlichen Nassnahrungsprodukten für den Fellwechsel ist, kann beispielsweise Anifit ausprobieren. Der Anbieter arbeitet mit hohen Fleischanteilen und ohne synthetische Konservierungsmittel. Für Neukunden gibt es derzeit zwei Gutscheincodes direkt im Anifit-Shop: HAH10 sichert 10 Prozent Rabatt auf die erste Bestellung, mit HAHVersand entfällt zusätzlich die Versandgebühr. Beide Codes lassen sich beim Checkout eingeben.
Typische Fehler vermeiden
Nicht alles, was gut gemeint ist, hilft auch. Einige häufige Fehler in der Fellwechselphase:
- Zu viel auf einmal supplementieren: Werden Biotin, Zink, Omega-3 und Lachsöl gleichzeitig neu eingeführt, lässt sich kaum nachvollziehen, was wirkt und was nicht. Besser: eine Sache nach der anderen einführen, jeweils für drei bis vier Wochen beobachten.
- Futterumstellung zu abrupt: Auch eine hochwertige Ernährungsumstellung braucht Zeit. Zu schnelle Wechsel belasten die Darmflora und können Durchfall verursachen, was wiederum die Nährstoffaufnahme verschlechtert.
- Bürsten vernachlässigen: Ernährung allein löst das Problem nicht vollständig. Regelmäßiges Bürsten entfernt loses Fell, regt die Durchblutung der Haut an und macht sichtbar, ob sich der Zustand verbessert.
- Zu lange warten: Wenn Krusten, großflächige kahle Stellen oder starkes Jucken auftreten, ist eine tierärztliche Untersuchung nötig. Manchmal steckt eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Allergie hinter auffälligem Haarausfall, kein Nährstoffmangel.
Der Herbst-Fellwechsel ist ein natürlicher Prozess, aber kein unkontrollierbarer. Wer die Ernährung rechtzeitig anpasst, schon im September beginnt und konsequent auf Qualität setzt, wird merken, dass sich sowohl das Fell des Tieres als auch die Menge der Haare auf dem Sofa verändern. Manchmal zum Erstaunen der ganzen Familie.

